Publikationen:
Die vorliegende Sammlung von Texten spiegelt die mystischen Erfahrungen weiser Männer und Frauen aus unterschiedlichen religiösen Traditionen und Epochen wider. Sie berühren unsere Sehnsucht nach Ganzheit, und machen Mut, sich auf eine umfassendere Seinserfahrung einzulassen.
Mit einem Vorwort von Willigis Jäger,
einem Nachwort von Beatrice Grimm
und Bildern von Petra Wagner
Broschur
136 Seiten, 15 x 21 cm
Preis: EUR 12,80/ CHF 20,-
ISBN: 978-3-9810310-5-8
© 2009 Wege der Mystik, Holzkirchen
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Mehr zum Inhalt:
Woher komme ich? – Wer bin ich? - Warum bin ich da? – Wohin gehe ich? Alle Religionen tragen die entscheidenden Antworten auf diese existenziellen Fragen des Lebens in sich.
Für viele Menschen werden diese Fragen in der heutigen Zeit jedoch von den religiösen Institutionen kaum zufriedenstellend beantwortet. Hinter unserer rationalen Erkenntnis liegt eine Ebene der inneren Erfahrung. Dort finden sich die wirklichen Antworten für eine tiefere Sinndeutung unseres Lebens.
Die vorliegende Sammlung von Gedichten und Texten spiegelt die Erfahrung weiser Männer und Frauen unterschiedlicher Traditionen und Epochen wider.
Diese können unsere tiefe Sehnsucht nach Ganzheit berühren und sowohl den Erfahrenen als auch den tastend Suchenden Mut machen, sich auf eine umfassendere Seinserfahrung einzulassen.
Willigis Jäger, Beatrice Grimm
DER HIMMEL IN DIR -
Einübung ins Körpergebet
Willigis Jäger zeigt die fundamentale Bedeutung der Körpererfahrung
auf dem Weg zur Wesens- und Gotteserfahrung. Der Leib - unser Partner
auf dem spirituellen Weg. Alle Dinge schmecken nach Gott.
Beatrice Grimm führt Schritt für Schritt mit konkreten Anleitungen
von außen nach innen, zu einer inneren und gleichzeitig äußeren
Präsenz und damit zu Wahrnehmung der Einheit beider Ebenen.
5. Auflage 2007, 192 Seiten , Gb.
ISBN: 978-3-466-20452-6
EUR 17,95
SFR 32,80
"Der Himmel in dir" ist 2006 in Russisch erschienen, und wird zur Zeit ins Spanische und Niederländische übersetzt.
Willigis Jäger, Beatrice Grimm

Die CD enthält kontemplative Klänge und Originalaufnahmen aus der Kursarbeit: Glocke, Klangschale, Hölzer, Gong, Tönen, Rezitationen. Anleitung zur Stille, Vortrag und Schlusswort von Willigis Jäger, Einübung ins Körpergebet von Beatrice Grimm, sowie einzelne Musikstücke zu den im Buch beschriebenen Tänzen. Mit Originalaufnahmen kann sich der Zuhörer in die eigene Erfahrung des Körpergebets führen lassen.
Die CD zum Buch ergänzt akkustisch die Praxis des Körpergebets.
6. Auflage 2006, 1 CD, Laufzeit ca.70 Min.
ISBN: 3-466-45722-X
EUR 15,50
ÖS 199,00
SFR 28,40
Buch und CD ist im Buchhandel erhältlich.
Presseecho:
"Reich bebildert werden Urgebärden des Körpergebetes und Beispiele des kontemplativen Tanzes und Gehens gut nachvollziehbar demonstriert. Die wohldosierte Mischung aus praktischen Impulsen und Reflexion, Beschreibungen und Übungen stellt eher eine seltene Form mystagogischer Schrift dar ... Die Lektüre des Buches ist ein spirituelles Vergnügen und gleichzeitig eine Verführung zur praktischen Umsetzung." Ein Übungsbuch auf fundierter Grundlage mit zahlreichen, auf Fotos klar illustrierten Übungen. Publik-Forum 15/11.08.00
Der Himmel in dir , 18. Februar 2003
"Der Weg ins Sein führt über den Körper". Erst wenn wir Körper und Geist vereinen und mit jeder Faser im Hier und Jetzt verankert sind, erfahren wir wirklich tiefe Spiritualität. Dabei helfen uns kleine Gebärden, Gesten und Gesänge, die seit Urzeiten zu den wichtigsten Ausdrucksmitteln zur Hinwendung zum Göttlichen gehören, in unserer Kultur aber mehr oder weniger verkümmert sind.Der Benediktinerpater und Zen-Meditationsmeister Willigis Jäger und seine Mitarbeiterin Beatrice Grimm laden mit ihrem Buch und der dazugehörigen CD zur Wiederentdeckung und Integration des Körpers in Meditation und Gebet ein, um eine Spiritualität zu erleben, in der Körper und Seele vereint sind. Sie laden dazu ein, sich selbst und das Dasein zu spüren. Es sind einfache Übungen, die sie als "Körpergebet" bezeichnen. Übungen, die im Gottesdienst genauso gut praktizierbar sind wie in allen täglichen Situationen - im Büro, im Haushalt und in der Freizeit.
Der Übende lernt, sich durch Gesten für das Göttliche, die in der Präsenz des Momentes erfahren werden kann, zu öffnen. Es sind Gebärden, die in Statuen und Abbildungen aus vielen Kulturen und Epochen stammen. Es sind Körperhaltungen, die Anmut und Würde ausstrahlen und wie eine Art Gebet wirken.
Das sogenannte Körpergebet hat heilende Wirkung, denn durch das Sein in der Präsenz entspannt der Körper: Herzschlag und Atmung werden langsamer, innere Ruhe und Entspannung stellen sich ein. Der Fokus wird vom Außen nach innen, hin zu uns selbst gerichtet. Eine heilende und erholsame Wirkung in einer Zeit, in der wir unter leicht unter Stress geratem und permantener Reizüberflutung ausgesetzt sind."Der Himmel in dir" ist ein Praxisbuch mit fundierten Grundlage und zahlreichen durch Fotos klar illustrierten Übungen. Eine Bereicherung für Menschen, die das Sein in der Ganzheit, in der Integration von Körper und Geist erfahren möchten.
Doris Iding 2003
HERDER 2002
„Spirituell leben“ lädt dazu ein, achtsam zu sein auf Haltungen und Einstellungen, die Türen werden können in die Tiefendimension unseres Lebens.
Die 111 Beiträge dieses Buches regen an, das eigene Leben in einem neuen
Licht zu sehen und den Sinn für die Dimension der Tiefe zu schärfen:
die Hektik zu unterbrechen und innezuhalten, den Geschmack des Lebens neu wahrzunehmen
und auszukosten.
Überzeugende und inspirierende Antworten. Für alle, die auf der Suche nach
Orientierung und gelebter Spiritualität sind.
Beatrice Grimm schreibt das Kapitel "Gebet".
447 Seiten
ISBN 3-451-27904-5
Preis EUR 24.00
"Das Leben ist Religion, Stationen eines spirituellen Weges"
Willigis Jäger/Kösel 2005
Beatrice Grimm schreibt das Kapitel: "Türen öffneten sich"
Dieser Beitrag macht vielen Menschen Mut, Beatrice bekommt seit Jahren entsprechende Rückmeldungen, durch eine tiefe Krise hindurchzuschreiten.
Verschiedene Zeitschriftenartikel.
Aus der Zeitschrift "Die Mitarbeiterin"
März/April 2005
von Stephanie Steidl
„Die ganze Schöpfung ist ein Tanz Gottes“
Porträt der Kontemplations- und Tanzlehrerin Beatrice Grimm
Eigentlich ist die Kirche schon voll, übervoll. Aber immer noch strömen Menschen in das evangelische Gotteshaus im Münchner Stadtteil Haidhausen. Es ist mitten im viel zu kalten und regnerischen Juli und Hunderte haben sich versammelt, um einer „Feier des Lebens“ beizuwohnen.
Hauptzelebrant ist der 79-jährige Benediktinerpater Willigis Jäger. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er bekannt durch seinen Konflikt mit der römischen Glaubenskongregation unter Kardinal Joseph Ratzinger, infolgedessen er sich von seinem Orden auf einige Zeit beurlauben ließ. Ein ihm von den obersten Glaubenshütern auferlegtes Rede- und Veranstaltungsverbot gilt jedoch nur auf römisch-katholischem Territorium – die evangelischen Mitbrüder und –schwestern zeigen sich toleranter und offener gegenüber der von Pater Willigis vertretenen Spiritualität. Deren Kernstück ist die westliche und östliche Mystik, die in ihrer Suche nach der einen, göttlichen Wirklichkeit die oft starre Dogmatik verfasster Religion hinterfragt, neu deutet und dabei zum Teil weit hinter sich lässt.
Die von Willigis Jäger und seinem Team gestalteten Seminare und Gottesdienste sind offen für jeden und jede: für Gläubige und Ungläubige, Getaufte wie Ungetaufte. Bis auf den letzten Platz gefüllte Kirchen – darunter auch auffallend viele jüngere Menschen - zeugen von einer spirituellen Sehnsucht, für deren Erfüllung die angestammten Konfessionen mit ihrer zum Teil veralteten, formelhaften Sprache und undurchschaubar gewordenen Ritualen anscheinend keinen Raum mehr bieten können.
Bei der „Feier des Lebens“ ist neben einfachen und verständlichen Gebeten, leicht nachvollziehbaren symbolischen Handlungen und einer urchristlichen Agapefeier ein tragendes und wesentliches Element der Einbezug des ganzen Körpers in das Gebet.
Angeleitet wird dieser Teil des Gottesdienstes von Beatrice Grimm, einer langjährigen Mitarbeiterin von Pater Willigis. Sie plädiert dafür, den Leib als Partner auf dem spirituellen Weg wieder zu entdecken: „Die uralte Tradition der Gebärde, des Körpergebets ist in unserem Kulturkreis kaum mehr gegenwärtig“, erzählt sie uns bei einem gemeinsamen Frühstück.
„Eingezwängt in Kirchenbänke konzentrieren wir uns fast ausschließlich auf unseren Kopf und haben vergessen, dass wir nicht nur einen Körper haben, sondern dass wir Körper sind. Wir lassen uns im Gottesdienst berieseln, singen höchstens ein Lied mit und sind ansonsten Statist“.
Entgegen den landläufigen Gepflogenheiten plädiert die 58-jährige Schweizerin für mehr Körperlichkeit in der Religion: „Ich bin fest davon überzeugt, dass über den eigenen Körper, über Gebärden, Tänze und Töne tiefe spirituelle Erfahrung möglich ist. Unser Leib und seine Ausdrucksformen sind wohl die elementarste Form, in der sich der Mensch mit Gott verbinden kann. Und sie ist so alt wie die Menschheit selbst“.
Ausgebildet in Körperarbeit, sakralem Tanz, Kontemplation, Zen und Qigong will Beatrice Grimm den Menschen, die zu ihr kommen vermitteln, dass jenseits der vordergründig erfahrbaren Wirklichkeit noch eine weitere, göttliche Dimension existiert – immer gegenwärtig und alles Sein als tiefe Wahrheit durchdringend und gleichzeitig übersteigend.
„Diese Dimension hat in den unterschiedlichen religiösen Traditionen auch die unterschiedlichsten Namen und Bilder – im Abendland nennen wir sie seit Jahrtausenden Gott‘. Und diese eine göttliche Dimension, diese Kraft manifestiert sich auch leicht und mühelos im Körper, wenn wir es nur zulassen. Bewusste Bewegung und bewusstes Innehalten, die wir nicht machen, sondern geschehen lassen, können ein Zugang zum Göttlichen sein. Es ist in uns und durch uns da - erfahrbar und erspürbar.“
In Beatrice Grimms Kursen werden die TeilnehmerInnen neu an ihren Körper herangeführt. Einfache Tänze, langsam und achtsam ausgeführte Gebärden, ruhiges Schreiten und Sitzen in der Stille lösen einander ab und führen in bisher unbekannte Tiefen des eigenen Seins.
Der bewusste Vollzug von Bewegung und Innehalten, von Tun und Lassen verändert mit der Zeit. Er beruhigt und zentriert, kann sogar heilend wirken. Gebärden wie beispielsweise die erhobenen, geöffneten Hände wecken eine Haltung von Offenheit und Hingabe. Dabei kann innerer Friede und Gelassenheit entstehen: „Es geht nicht um eine andere Welt. Es geht darum, anders da zu sein in der Welt“.
Viele Menschen verspüren eine Sehnsucht nach der Berührung, der Begegnung mit dem Göttlichen. „Diese Sehnsucht ist wie Steinchen in den Schuhen. Sie lässt uns nicht ruhen und erinnert uns immer wieder an das, wonach wir suchen sollen“, so Grimm. Auffallend ist, dass die Mehrheit der Kurs- und Seminarteilnehmer von Beatrice Grimm Frauen sind. „Sensibilität und die Bereitschaft sich zu öffnen ist bei Frauen stärker ausgeprägt“, meint sie.“. „Es scheint, dass Frauen für den spirituellen Weg von Natur aus begabter sind.“
Der Weg von Beatrice Grimm begann, als sie als kleines Mädchen im Alter von knapp drei Jahren zum ersten mal eine Tänzerin auf einer Eisfläche in den Bergen sah. Sie schlüpfte sofort durch die Absperrung, schlitterte mit ihren Holzschuhen über das Eis, ahmte die Bewegung der Eistänzerin nach indem sie ein Bein hob und die Arme öffnete. In diesem Moment sei sie vollkommen eins geworden mit den geöffneten Armen, der Bewegung und gleichzeitig mit Bergen, Himmel und mit allem, was sie umgab. „Das war ein beglückendes Erlebnis, das sich in mir zutiefst eingeprägt hat und mir zum ersten mal, soweit ich mich erinnern kann, eine andere Dimension der Wirklichkeit gezeigt hat. Alles war gut, so wie es war und alles war wie durchtränkt von Liebe.“ Tänzerin zu werden war von da an ihr größter Wunsch.
Die Eltern förderten sie dabei, denn für sie war der Körper als Ort spiritueller Erfahrung eine Selbstverständlichkeit. „Meine Eltern praktizierten schon in den Vierzigerjahren Meditation und Yoga, was unserem Pfarrer sehr missfiel. Er meinte damals, dass wir in die Hölle kämen, wenn wir mit Yoga und Meditation weitermachten“.
Beatrice Grimm versteht sich heute als 'Tanzlehrerin des Lebens': „Wir sollten mehr Tanzschritt Gottes sein in dieser Schöpfung. Im Tanz verbinden wir uns mit der Natur, mit allem, was lebt und ist. Er ist eine Brücke zu der Dimension, die alles übersteigt“.
Auf die Frage, was Gott für die in der reformierten Kirche Getaufte konkret bedeutet, wird sie nachdenklich: „Wir schaffen uns Bilder und Konzepte von dem, was wir Gott nennen und verbauen uns damit oft die Sicht auf das Wesentliche dahinter – wir grenzen uns ein. Dabei ist Gott jenseits all dieser Vorstellungen. Gleichzeitig wirkt ER, wirkt ES in allem und durch alles – alles Sein ist ein Ausdruck Gottes. Im apokryphen Thomasevangelium gibt es dazu eine wunderbare Stelle. Sie lautet: 'Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein, und ihr findet mich dort.’ (Thomasevangelium 77)
„Es gibt eigentlich keine Worte für Gott. Es ist eine andere Dimension jenseits von Worten, und gleichwohl durchdringt diese Dimension alles und jedes, nur wir erkennen es meist nicht. Immer mehr Menschen erfahren heute diese Dimension manchmal nur für Sekunden, manchmal für Tage oder sogar für Wochen. Was bleibt, ist vielleicht zu beschreiben mit dem Begriff Urvertrauen, das selbst in Krisen, im Leid und im Scheitern da ist. Es ist etwas existenzielles wie Geburt und Tod. Ich war bei einigen Geburten dabei und habe Menschen in ihrem Sterben begleitet. Und immer war da schlussendlich eine unendliche Liebe spürbar, ein Gefühl von Geborgen-Sein, von Vertrauen eben, das einem das Herz aufgehen ließ.
Wir sollten uns lösen von der Vorstellung, dass wir untereinander und von der Welt getrennt sind, dass es eine Unterscheidung gibt zwischen Sakralem und Profanem, von Mensch und Natur, von Du und Ich, von Gott dort und Mensch hier. Nur aus der Erkenntnis, das alles miteinander verbunden und aufeinander angewiesen ist, können Weisheit und Liebe und Frieden entstehen“.
Letztendlich sei alles mit allem verbunden: „In unseren Kursen und Seminaren versuchen wir diese Haltung einzuüben. Aber schließlich kommt es darauf an, die Erfahrung ins tägliche Leben zu integrieren: Ein spiritueller Weg, der nicht in den Alltag führt, ist ein Irrweg“, zitiert Beatrice Grimm Willigis Jäger. „Denn Spiritualität ist Alltag - in der Kirche kann sie nur in besonderem Rahmen gefeiert werden. Und es ist gar nicht so schwer, immer wieder innezuhalten und wach zu sein für die göttliche Dimension, die uns ständig umfängt: Wir können uns Brücken bauen, durch kurze Momente der Stille, z. B durch Stehen an der Ampel und an der Bushaltestelle. Wir nehmen wahr wie wir dastehen. Wir warten nicht, wir stehen einfach. Oder durch Schmecken, Hören, Riechen, Tasten. Einfach wahrnehmen, was ist, einfach da sein und spüren. Gerade die Hausarbeit bietet sich für die Übung an“, schmunzelt Beatrice. „Bügeln oder das Geschirr abzuwaschen kann zu einer heiligen Handlung werden. Denn in allem und überall ist Gott und will durch uns lebendig sein“.
Und was hat sich nach den vielen Jahren auf dem spirituellen Weg als das Wichtigste für sie herausgestellt?
„Jetzt... jetzt mit Ihnen zu sprechen und hier mit Ihnen zusammen zu sein, es gibt nichts Wichtigeres als den gegenwärtigen Augenblick“. Sagt’s lächelnd und streicht aufmerksam und sorgfältig die Marmelade auf das Frühstücksbrötchen.
Stephanie Steidl
Leserbrief zu dem Artikel in Publik-Forum Nummer 8 - „Hexenprozesse gingen nicht von der Kirche aus“
In dem Interview, dass die Kirche im wesentlichen unschuldig sei an einem Holocaust, der über 300 Jahre andauerte, werden wir Frauen, die als Hexen bezichtigt wurden noch einmal verbrannt.
Auch wenn viele Frauen keine magischen Kräfte besaßen, landeten sie im Mittelalter vor Gericht! Die Schuld der Kirche am Hexenwahn könnte Bände füllen. Nur die wichtigsten Daten kurz aufzuführen, nimmt soviel Platz ein, dass dieser Leserbrief wahrscheinlich nicht veröffentlicht wird. Für meine Darstellung habe ich folgende Unterlagen benutzt:
Erika Wisselinck/Hexen – Analyse einer Verdrängung/München 1986
Hans Küng/Die Frau im Christentum/München 2001
Horst-Ebrthard Richter/ Die Krise der Männlichkeit in der unerwachsenen Gesellschaft/Giessen 2006.
Von dem englischen Chronisten Matthäus Paris sind folgende Zahlen überliefert: Um 1300 gab es in Deutschland zwischen 8 und 14 Millionen Einwohner. Er nimmt an, dass zu der Zeit in Deutschland 1.000.000 Beginen lebten. Allein in Straßburg gab es 85 und in Köln 169 Beginenhäuser. Wie kommt es, dass eine Million Frauen fast sang- und klanglos verschwindet?
Warum traf der Hexenhammer „den Nerv der Zeit“?
Die Schuld der Kirche begann mit Augustin anno 400 durch seine Lehre vom Reich des Guten und Bösen. 1184 veröffentlicht Papst Lucius III. in Anwesenheit des Kaisers die Bulle „Ad Abolendam“, nach der die Bischöfe als ordentliche Richter von sich aus bei den Visitationen der Diözese nach Ketzern fahnden lassen sollten, ohne eine formelle Anklage abzuwarten. Das mittelalterliche Gerichtsverfahren kannte bis dahin nur die Verhandlung auf private Klage hin. Jetzt trat anstelle der Akkusation die Inquisition. Im 13.Jh. entfaltet der große Kirchenlehrer Thomas von Aquin im Anschluss an Augustin ein System der Dämonologie u.a. mit seiner Lehre von den Incubi und Succubi – teuflische Geister, die den Menschen sexuell beiwohnen. Eine Grundlage der Hexenverfolgungen. 1215 weist Papst Innozenz III. seine Bischöfe an , ihre Gläubigen zur Denunziation von ketzerischen Personen aufzufordern. 1231 nimmt Papst Gregor IX. die Strafe des Feuertodes in seine Erlasse auf. Da ihm die Bischöfe nicht scharf genug vorgehen, setzt er Inquisitionsgerichte ein, die ihm direkt unterstehen, und überträgt sie den Dominikanern, die als „Domini canes“ „Spürhunde Gottes“ gefürchtet wurden. 1252 lässt Papst Innozenz IV. den Gebrauch der Tortur zur Erpressung von Geständnissen zu. Die Päpste institutionalisierten und intensivierten seit dem 13.Jh. die Ketzerverfolgung und nahmen eine Verbindung zwischen Ketzerei und Zauberei an. Natürlich arbeiteten Amtskirche und weltliche Obrigkeit Hand in Hand. Im 15.Jh verdrängen die als Hexen bezeichneten Frauen den klassischen Ketzer als Hauptfeindbild der Inquisition. Heinrich Kramer war nicht irgendwer. Er wurde von Papst Sixtus IV. zum Inquisitor bestellt. Kramer zieht durch Oberdeutschland, heftet seine päpstliche Erkennungsurkunde an die Kirchentüren. In Predigten fordert er die Gemeinden unter Strafandrohung zur Denunziation von Verdächtigen auf. Sein Handbuch für Hexenrichter ist eine Sammlung ekelerregender, frauenfeindlicher Zitate. Dieser Bestseller – Beschreibungen von Obszönitäten und Perversionen - wurde von der Elite gelesen, die des Lesens der lateinischen Sprache mächtig war und für das Buch 1491 einen halben Gulden bezahlen konnte, was damals viel Geld war. Es wurde wohl von Theologen, Juristen, Ärzten, Philosophen an den Universitäten, Verwaltungen der geistlichen und weltlichen Herrscher und in den Bibliotheken der Fürstenhöfe und Klöster gelesen, und es hat bis heute seine Wirkung.
Mai 2007