Kontemplativer Tanz - Körpergebet
Fortbildung mit Beatrice Grimm

Tritt heraus aus dem Kreis der Zeit
und tritt herein in den Kreis der Liebe.

                                                          Rumi

Ich habe mich entschlossen die Fortbildung nicht weiter zu führen. Warum?
Ich möchte mich weniger an ein vorgegebenes Kurrikulum halten, sondern mich verstärkt dem zuwenden, was aus meinem Innersten kommt und Nahrung für Frauen und auch Männer auf dem spirituellen Weg sein kann.

Eine Teilnehmerin an der Fortbildung erzählte mir kürzlich, dass sie vor Jahren zu mir in eine Einführung Kontemplation gekommen sei, und dass wir da einen einfachen Tanzschritt eine halbe Stunde getanzt hätten. Aus diesem Grund hätte sie sich zur Fortbildung "Kontemplativer Tanz" angemeldet. Aber in der Fortbildung hätten wir die Tänze praktisch nie mehr über einen sehr langen Zeitraum wiederholt.

Dies möchte ich jetzt wieder aufnehmen in den zukünftigen Tanzkursen.
Für die Teilnehmer/innen die mehr durch die Bewegung einen Zugang zu sich finden, gibt es also weiter Kurse in Tanz und Kontemplation, sowohl am Benediktushof, als auch bei den 'Sommertänzen' in Bursfelde, wo täglich komplementär zur Bewegung 2-3 Std. still gesessen wird.

Wer eine Fortbildung weiterführen möchte, kann ich an
meine ursprüngliche Lehrerin Maria-Gabriele Wosien verweisen: www.sakraltanz.de
Auch eine interessante Fortbildung bietet Laura Shannon an:
www.laurashannon.net

Hier mein Rundbrief 2010, in dem ich noch umfassender erkläre, worum es mir geht:

Mariä Lichtmess

Nicht so, wie sie ist,
erscheint mir die Welt,
sondern so, wie ich sie wahrnehmen kann.

Liebe Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer,
liebe Gefährtinnen und Gefährten auf dem Weg,

heute kommt eine Stunde mehr Licht auf das neue Jahr. Zeit, euch diesen Brief mit dem Programm 2010 zu schicken.

Zuerst möchte ich ganz herzlich danken für die guten Wünsche. Es tut mir leid, dass ich es nicht schaffe allen persönlich zu antworten. Trotzdem fühle ich mich mit jeder/m Einzelnen verbunden und zünde täglich Kerzen für den Einen oder die Andere an. Da ist Dankbarkeit für den Reichtum all der Begegnungen mit Euch.

Ich wünsche euch ein gutes Jahr. 2010 kann ein Jahr der Fülle sein. Lasst die neuen Quellen fließen, damit unsere zarten Wurzeln genährt werden. Es geht darum sich bei sich selber daheim zu verankern. Unsere Herzen wissen wo wir zutiefst Zuhause sind. Von da können wir alles Neue, das auf uns zukommt willkommen heißen. Es gibt Veränderungen in der Welt, in unserem Äußeren, in unserem Körper, aber auch in unserem Inneren, in unseren Glaubenskonzepten. Können wir neue Wege finden, dass das was uns begegnet, genährt und mit Liebe erfüllt werden kann?

Mehr denn je geht es um die Erweiterung unserer Wahrnehmungsfähigkeit.

Die Zeit erfordert einen epochalen Wechsel in eine andere Dimension. Diese wird von der Mystik als „eine Form des Nichts“ (Wüstenvater 6.Jh.), „reines nacktes Nichts, oder bodenloser Abgrund der Glückseligkeit“ (Hadewijch 12./13. Jh.), und Marguerite Porete spricht über die Liebe: „Sie ist; nichts ist, es sei denn aus ihr.“ In diesem Jahr feiern wir den 700. Todestag von dieser Begine. Sie wurde am Pfingstmontag, den 1. Juni 1310 in Paris auf dem Scheiterhaufenverbrannt. Man hatte sie beschuldigt, ein Buch voller Glaubensirrtümer und Falschlehren verfasst zu haben. Auch Johannes vom Kreuz spricht immer wieder vom Nada (nichts). Dieses Nichts jedoch ist nicht nichts. Es beinhaltet alles was ist, ohne Konzepte, jenseits unserer Gedankenkonstrukte.

Nicht alle spirituellen Wege führen in diese Dimension. Meistens halten sie fest an Symbolen, an Worten, an Bildern, vor allem an Gedanken und Vorstellungen. Diese verfehlen die Einheit im einen Sein. Sie bleiben auf der Stufe des Personalen und des Gegenübers, auf der Stufe einer Kinderreligion.

Das darf sein, alle Wege dürfen sein, solange sie keinen Schaden bewirken. Sie können wie ein Regenbogen am Himmel wahrgenommen werden. - Mir ist es ein Anliegen nicht die schönen Farben des Regenbogens aufzuzeigen, sondern das Licht, das die Farben des Regenbogens bewirkt, zu erfahren. Diese Erfahrungsebene, die mit Leerheit bezeichnet werden kann, führt aus der Konfession heraus, auf eine Ebene, auf die alle Konfessionen verweisen.

Mit anderen Worten, wir sind von nichts getrennt: Wir sind nicht nur Tänzer/innen, wir sind Tanz, wir sind Betende und gleichzeitig Gebet. Wir sind gleichzeitig das Nicht-Wahrnehmbare, das Un-Nennbare. Dafür gibt es keine Sprache. Das Ich entgrenzt sich. Hadewijch von Antwerpen, die Begine und mystische Dichterin sagt dann: „Ich gehöre nicht mehr mir, es bleibt mir nichts von mir selbst. Er hat die Substanz meines Geistes verschlungen.“ Von diesem Er schreibt sie: „Alles was wir von Gott denken, verstehen oder uns irgendwie vorstellen können, ist nicht Gott ...“ Und an einer anderen Stelle: „Man muss Mensch und Gott in einer Erkenntnis kosten ... wenn die Seele nichts anderes als Gott hat, wenn sie vernichtet, verschlungen ist, sich in Nichts aufgelöst hat, so wird sie mit ihm gänzlich dasselbe, was er ist.“

Und wie kommen wir dahin? Nur durch einen Zustand, den wir nicht machen können, der geschehen kann, wenn wir das Bewusstsein vereinheitlichen oder das Bewusstsein entleeren.

Wer dies regelmäßig vollzieht, hat mehr „Hirnsubstanz“. Schon seit einigen Jahren versuchen Hirnforscher dem Geheimnis von Meditation/Kontemplation auf die Spur zu kommen, z. T. mit Laborversuchen und Bildern aus dem Kernspintomographen. Man stellte fest, dass mystische Erfahrungen die grauen Zellen besonders gleichmäßig schwingen lassen, und dass dabei Missempfindungen wie Schmerz am so genannten lymbischen System, der Schaltzentrale der Gefühle, vorbeigelotst werden. Erklären können die Forscher das Geheimnis der Versenkung jedoch nicht.

Für meine Kurse 2010 habe ich mich entschlossen mit der Fortbildung „Kontemplativer Tanz“ aufzuhören. Ich möchte mich weniger an ein vorgegebenes Kurrikulum halten, sondern mich verstärkt dem zuwenden, was aus meinem Innersten kommt und Nahrung für Frauen und auch Männer auf dem spirituellen Weg sein kann.

Ich gebe aber weiter Kurse im Tanzen. Für die Teilnehmer/innen die mehr durch die Bewegung einen Zugang zu sich finden, gibt es Kurse in Tanz und Kontemplation, sowohl am Benediktushof, als auch bei den Sommertänzen in Bursfelde, wo täglich komplementär zur Bewegung 2-3Std. still gesessen wird.

Ja, auf Bursfelde freuen sich schon viele, die sich bereits angemeldet haben. Neben den Sommertänzen sind wir gemeinsam mit Petra Wagner vom 27. Juli-1. August der Selbstwahrnehmung auf der Spur.

Ein besonderes Gewicht hat wieder die spirituelle Familienfreizeit vom 5.-8. August in Bursfelde. Hier gibt es wie in den letzten Jahren für die Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel die Möglichkeit selber zu üben und in der Stille zu sein, während die Kinder und Jugendlichen von Dorothea Haußmann und Judith Hartmann auch wieder ihrem Alter entsprechend in die Stille und mit viel Kreativität in die Lebendigkeit geführt werden. Die Anmeldung für Bursfelde gilt, wenn Ihr eine Bestätigung erhalten habt. Wenn diese innerhalb von zwei Wochen nicht eintrifft, meldet Euch bitte wieder.

Ans Herz legen, möchte ich allen im süddeutschen Raum auch Kontemplation und Körpergebet in Schloss Altenburg im Mai, und vom 20.-24. Oktober den Kurs „Mystische Spiritualität – Wege zur inneren Quelle“ am schönsten Ort der Schweiz, im Felsentor hoch über dem Vierwald-stättersee.

Zu den Kontemplationssamstagen: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass oft nur ein Tag der inneren Übung hilft, um wieder mit frischem Mut in den Alltag zurückzukehren. Auch da steht an erster Stelle die Kontemplation, z. T. ergänzt mit Ostertänzen und im Juni mit Qigong.

Als Antwort auf viele Rückmeldungen von gestandenen und authentischen Frauen, die immer wieder nach einem Selbstwert in einer Männerwelt, und intensiv nach dem Sinn des Lebens suchen, biete ich am Benediktushof neben der Walpurgisnacht noch einen weiteren Frauentag an, nämlich zu Mariä Himmelfahrt vom 13.-16. August.

Für die gemeinsamen Kontemplationskursen mit Willigis Jäger schaut bitte ins Programm Benediktushof oder auf kurse

Über meinen Verlag „Wege der Mystik“,
www.wege-der-mystik.de
, habe ich in den letzten Monaten die Broschüre „Die Flöte des Unendlichen - Mystische Rezitationstexte aus Ost und West“ fertig gestellt und mit Willgis Jäger herausgegeben.

Voll Freude schaue ich auf das Programm 2010 und hoffe die eine oder den anderen in den Kursen begrüßen zu können. Finanzielle Probleme sollen kein Hinderungsgrund sein. Für alle meine Kurse ist eine Ermäßigung der Kursgebühr möglich.

Aus unserer materiellen Fülle können wir auch denen geben, die es ganz dringend brauchen. Ich denke da an Haiti. Meine Erfahrung ist jeweils kleinere Projekte zu unterstützen, wo zuverlässige Einheimische, die sich mit Land und Menschen auskennen direkt vor Ort helfen. In diesem Fall möchte ich Euch aufmerksam machen auf Marie-Josée Laguerre. Sie ist eine Haitianerin, die 1982 in Deutschland einen gemeinnützigen Verein gegründet hat, um die Hilfsprojekte, die sie in Haiti verwirklichen wollte, zu finanzieren. Mehr Einzelheiten auf der Homepage des Vereins: www.haitikinderhilfe.de , Vereinsregister: VR 10429 Amtsgericht München, Ulrich-Geh-Str. 12, D-86420 Diedorf, Sparda Bank, Kto 1022180 BLZ 70090500

Euch allen eine gesegnete Zeit, auf dass die Quellen fließen für die neuen Wege, damit das was nährt, mit Liebe erfüllt sein kann.





weitere Veranstaltungen mit Beatrice Grimm: siehe Kurse