Rast unterwegs, ich sehe
Den Leuten zu beim Reinemachen
Fürs Neue Jahr.
Basho
zwischen den jahren
Schweiget und ruhet von euren Geschäften,
von euren Sorgen und von euren Träumen,
schweiget und hört das Wort der Nacht!
Schreitet ins Neue, schließet ab – schließet auf!
Die Mitte der Nacht ist der Anfang des Tages,
die Mitte der Not ist der Anbruch des Lichts.
Achtet die Weihe der heiligen Nächte:
Gott ist's, der das Dunkel durchbricht.
Schweiget und lauscht.
nach Wilhelm Thomas
weihnachten 2005
das einzige, das mehr wird, wenn wir damit verschwenderisch umgehen, ist die liebe.
albert schweitzer
20. dezember
wer einen engel sucht und nur auf die flügel schaut, könnte eine gans nach hause bringen.
georg-christoph lichtenberg
auch gänse sind engel.
beatrice grimm
19. dezember
die zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.
george orwell
4. advent
ein ehepaar sitzt in der warmen stube. sie am tisch, löst kreuzworträtsel. er im bequemen sessel sinnt vor sich hin.
sie: eine weltmacht mit drei buchstaben ??
er: ich
7. dezember
wer bekommt,
was er mag,
ist erfolgreich.
wer mag,
was er bekommt,
ist glücklich.
Martin Luther
6. dezember
so wie wasser nass ist, findet wer sucht.
wer nicht sucht, findet auch.
finde was es zu suchen gilt!
wenn jemand klopft, öffne die tür.
wenn jemand dich braucht, gib.
tu gutes und vergiss es!
5. dezember 2005
"wirklich keimfreies leben gibt es nicht. entweder riskiert man läuse oder langeweile."
aus dem wieder so zauberhaften adventskalender der diakonie.
herausgeber: diakonisches werk der evangelisch-lutherischen landeskirche hannover e.v.
www.diakonie-hannovers.de
27. november 2005
das tiefste, dessen wir fähig sind, ist das erlebnis des mystischen.
aus ihm allein kommt wahre wissenschaft. das wissen darum,
dass das unerforschliche wirklich existiert und dass es sich als
höchste wahrheit und strahlendste schönheit offenbart,
von dem wir nur eine dumpfe ahnung haben können -
dieses wissen und diese ahnung sind der kern aller wahren
religiosität.
albert einstein
23. november 2005
20% der deutschen energie wird für licht gebraucht.
warum brauchen wir so viel licht?
warum halten wir es nicht aus in der dunkelheit?
eine ältere frau aus dem alpenland erzählte,
dass sie seit ihrer jugend den brauch des
"
lichter segnens" noch pflegt. sie sitzt in der
dämmerung in ihrer stube bis es so dunkel ist,
dass sie die eigene hand nicht mehr vor dem
gesicht sehen kann. erst dann wird eine kerze angezündet.
die dunkelheit
birgt eine enorme kraft. es gilt sie jetzt in dieser
jahreszeit wahrzunehmen und aus ihr zu schöpfen.
20. november 2005
heute vor 90 tagen
bist du hinausgegangen in eine zukunft jenseits aller sterne.
heute und hier die ersten schneesterne. es schneit in deutschland.
in die schneeflocken himmelwärts schauen.
als kinder schon standen wir oft so am fenster. das war unsere art in den himmel zu fahren.
19. november
seit neun tagen läuft ein film in den deutschen kinos, den es sich einzuverleiben lohnt.
DIE GROSSE STILLE
wunderbare, eindrückliche stille bilder und töne
aus einem anderen raum, wie aus einer anderen
zeit. ein meditativer film über das mutterkloster
der karthäuser in frankreich. einer der wenigen
kontemplativen orden, der zur römisch-katholischen
kirche gehört. es ist wohl der erste film über ein
kontemplatives leben in abgeschiedenheit.
der film ist nicht nur ein ästhetischer hochgenuss,
auch wenn man für das leben hinter klostermauern
nicht geschaffen sein sollte. in berlin läuft der film
im großen kino delphi am bahnhof zoo. mitten im
trubel dieses bahnhofs und seiner zum teil zwielichtigen
umgebung. der film scheint sich herumzusprechen
wie ein lauffeuer. es ist berührend an diesem ort im
vollen kino mit so vielen menschen über 2 1/2 stunden
still zu sitzen. und es war wirklich still.
gemeinsame meditation im kino.
dieses kinoereignis von philip gröning gibt einen
geschmack von einer dimension hinter den bildern.
www.diegrossestille.de
18. november 2005
mal zeigt es seine hintere seite
mal zeigt es seine vordere seite
so fällt es, das herbstblatt.
ryokan
17. november 2005
wussten sie schon wieviele km sie mit ihrer maus in einer nacht oder einem tag am pc zurücklegen?
150km!!!
haben sie auch schon daran gedacht mit der anderen hand zu schreiben? nach dem motto:
"wenn du etwas neues erleben möchtest, was du noch nie erlebt hast, tu etwas was du noch nie zuvor getan hast".
wenn sie rechtshänder sind, probieren sie es mit einer linken maus. sie werden überrascht sein was das mit ihnen macht. behalten sie gleichzeitig den kontakt zum boden mit beiden füßen.
16. november 2005
viele lassen sich von diesen grauen dunstigen tagen nach unten ziehen. es ist besonders jetzt gut und der zeit angemessen unsere schwerkraft zu spüren. gerade noch wird die erde vergoldet von den blättern die sie bedecken und morgen schon wird das gold ihr und ihrem kahlen stamm gleich sein.
schau in den himmel !
gerade jetzt!
er ist so fein, so durchsichtig, absichtslos transparent ohne hintergrund. er selber ist hintergrund. phantastische kulisse in mehreren dimensionen. bewegt und still zugleich. himmel umfasst die erde, das leben selbst hält sich umschlungen um uns, durch uns, ohne zeit, endet nie.
spüre deine füße. sie finden den weg. atme den himmel und öffne weit die augen nach oben in diese unendliche, graue novemberweite.
11.11.05, 11.11 Uhr
Afugrnud enier Stidue an der elingshcen Cmabrdige Unvirestiät ist es eagl, in wlehcer Rienhnelfoge die Bcuhtsbaen in eniem Wrot sethen. Das enizg wcihitge dbaei ist, dsas der estre und lzete Bcuhtsbae am rcihgiten Paltz snid. Der Rset knan ttolaer Bölsdinn sien, und man knan es torztedm onhe Porbelme lseen.
Das ghet dseahlb, wiel das mneschilche Geihrn nciht jdeen Bchustbaen liset sodnern das Wrot als Gnaezs.
Wzou aslo ncoh Rehctshrieberfromen ?
Aoutr uknanbnet
3. november 2005
gott sei dank gibt es das nicht, was sich 90% der bevölkerung unter gott vorstellen.
karl rahner
wo war gott bevor wir ihn denken konnten, bevor er person war?
allerseelen 2005
„Der Tod ist nach der Geburt das Wichtigste in unserem Leben.
Es ist die Vollendung unserer Geburt.
Wir fügen uns nicht dem Tod wenn wir sterben, wir fügen uns ein in den Fortgang des Lebens, das kein verweilen kennt. Leben und Tod sind nur scheinbare Gegensätze die sich auszuschließen scheinen. In Wirklichkeit sind sie wie der positive und negative Pol des elektrischen Stroms. Nur zwei verschiedene Aspekte ein und derselben Lebensdynamik. Und das Nichtvorhandensein des einen, würde das Verschwinden des anderen bedeuten.
Wir verlieren nicht etwas im Sterben, wir gewinnen etwas. Wir gewinnen das ganze Universum zurück, das hinter unserem ich verborgen liegt. Oder um es mit religiösen Worten zu sagen: wir gewinnen Gott ganz zurück unverstellt vom ich. es schließt sich nicht ein Tor, es öffnet sich ein Tor wenn wir sterben.“
Willigis Jäger
18. oktober 2005
aufgrund der rückmeldungen zum eintrag am 16. oktober möchte ich folgendes sagen: es wird gefordert, dass die regierungen klare richtlinien für die wirtschaft zu erbringen haben.
ethik von außen und moral "du sollst" und "du musst" haben uns in der menschheitsgeschichte überhaupt nicht weiter gebracht. nirgendwo sind die gefängnisse überfüllter als in den usa.
unsere welt scheint aus den fugen geraten.
gleichzeitig ist unsere welt ein geheimnis, und sie ist wunderbar und schön.
ein paradox. viele fragen: "ja was machst du denn?"
was mir mein chinesischer lehrer prof. jiao gesagt hat, ist mir eine große hilfe: "da wo dein herz ist, sind deine gedanken, da wo deine gedanken sind ist deine kraft und da kann das leben sich entfalten."
es ist wichtig hinzuschauen was los ist in der welt und sich nicht davor zu verschließen. aber gleichzeitig hilft es niemandem, wenn wir uns allabendlich bedrücken lassen von der lage im nahen osten oder von der wirtschaftskrise.
ich lese gerne jean ziegler, gleichzeitig geht es darum eine balance zu finden und es geht darum sich mit dem zu verbinden, was lebensfördernd ist in unserem alltag.
"wasser ist immer nass. unsere wesensnatur ist immer gut", sagen die alten meister.
es geht darum uns immer wieder und wieder in einer täglichen routine mit
dem zu verbinden was wir zutiefst sind.
da gibt es viele möglichkeiten. die direkteste ist das sitzen in der stille. jede und jeder hat seine übung zu finden, sei es kontemplation, zazen, meditation, gehen, laufen, tanzen, qigong, innehalten, spüren.
günstig ist, wenn die übung aus einer der großen traditionen kommt, wo eine jahrhunderte- oder eine jahrtausende alte erfahrung dahinter steht. günstig ist einen lehrer oder eine lehrerin zu haben, die oder der den weg gegangen ist und einem begleiten kann.
schlussendlich geht es darum zu erfahren, dass es noch eine andere dimension gibt, der wir viele namen gegeben haben, die uns näher ist als alles, die uns näher ist als unser verstand, die wir zutiefst in uns sind. diese dimension ist immer jetzt hier.
es geht darum eine präsenz, ein gegenwärtigsein einzuüben. zu üben, zu üben zu üben einfach nur jetzt da zu sein. diese übung sollte so normal sein wie zähne putzen. eine tägliche geistige reinigung. gleichzeitig scheint mir wichtig, dass die übung nicht rigide wird, sondern einfach natürlich.
also wenn ihr fragt: "was machst denn du?"
heute
nacht habe ich einfach den vollmond angeschaut. heute früh habe ich im dunkeln eine kerze für die verstorbenen angezündet und dann habe ich mich einfach hingestellt mit offenen händen und leicht geöffneten augen und habe das ganze panorama der fränkischen weinberge aufgenommen, wie sie durch den kommenden tag langsam kontur gewannen und der himmel sich trennte durch das immer stärker werdende licht. ins licht hinein habe ich einfach nur dagestanden.
was wir in den kursen manchmal auch tun.
ob wir sitzen oder stehen, ob wir innehalten oder gehen, innen und außen sind nicht getrennt.
und das ist es, was mich zur zeit am meisten interessiert: wie können wir in uns in unserer kraft sein und gleichzeitig draußen in kontakt mit der welt. im trubel sein ohne das innen aufzugeben. aus unserem sein heraus zu handeln.
das wird auch in den kommenden kursen mein hauptsächliches thema sein. übrigens sind die kurse bis ende des jahres ausgebucht. bis auf den adventskurs in der villa unspunnen im berner oberland. da gibt es noch einige freie plätze: b_veranstaltungen.html
oktobervollmond 2005
eines der hauptelemente der lehren buddhas liegt in der bedutung des inneren weges. was wir auch immer für äußere entwicklungen durchmachen in dieser welt oder was für wunderbare dinge wir in ihr sehen mögen, ohne eine entsprechende innere entfaltung werden wir die Glückseligkeit, nach der wir streben, nie erlangen. In dem Maße jedoch, indem es uns gelingt, den inneren weg zu gehen, ein warmes herz für andere zu haben und ruhe für unseren geist zu finden, liegt die wahre hoffnung für frieden und freude in der welt.
dalai lama
Sonntag, 16. Oktober 2005 - Welternährungstag
Die UNO-Behörde für Nahrung und Landwirtschaft FAO liefert die Fakten:
850 Millionen Menschen sind chronisch unterernährt.
Täglich sterben 100 000 Menschen direkt oder indirekt an Hunger.
Es könnte laut FAO, problemlos Nahrung für 12 Milliarden Menschen erzeugt werden, d.h. für fast doppelt so viele, wie die Welt zählt.
Dass die Marktwirtschaft zur Behebung dieses Skandals untauglich ist, hat sie nachhaltig bewiesen.
In seinem neusten Buch schreibt der Uno-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler: "Internationale Großkonzerne hungern die Welt aus. Die Herren des wirtschaftlichen Krieges schröpfen systematisch den Planeten. Sie greifen die Staaten und deren normative Macht an, sie bestreiten die Souveränität des Volkes, sie untergraben die Demokratie, sie verheeren die Natur und vernichten die Menschen und deren Freiheiten. Sie kennen keinen anderen Wert mehr als den nackten Profit...
Die transkontinentalen Konzerne treiben unerbittlich die Schulden ein und manipulieren die Weltmarktpreise durch Patentierung und lukrative Vermarktung von Saatgut und die weltweite Zwangsverbreitung von genetisch veränderten Lebensmitteln, wie sie etwa der US-Multi Monsanto mit allen Mitteln zu betreiben versucht."
Jean Ziegler spricht von einer kannibalischen Weltordnung und einem globalisierten Raubtier-kapitalismus. Er stellt eine Antithese auf zur um sich greifenden neuliberalen Sicht, wonach die Wirtschaft alle Probleme der Menschheit löse, wenn man sie nur gewähren lasse: „Der Kapitalismus ist eine moralische Anstalt“ stand neulich in „Der Welt“. Wer die jüngsten Bilder aus New Orleans gesehen hat, wo eine unterprivilegierte Unterschicht vom kapitalistischen System der USA ausgespuckt worden ist und, im Angesicht der Katastrophe völlig auf sich selbst gestellt war, der findet solche Sätze nur noch zynisch.
Jean Ziegler/Das Imperium der Schande – Der Kampf gegen Armut und Unterdrückung/
München 2005
info@beatrice-grimm.de
September 2005
es gibt nichts, was uns die abwesenheit eines lieben menschen ersetzen kann, und man soll das auch gar nicht versuchen - man muss es einfach aushalten und durchhalten.
das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugleich auch ein großer trost, denn indem die lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden.
je schöner und voller die erinnerung, desto schwerer die trennung. aber die dankbarkeit verwandelt die qual der erinnerung in freude.
Dietrich Bonhoeffer, Dezember 1943
O Unsterblichkeit
im Vergänglichen verborgen
liegt schon die Zukunft.
Ruth Grimm
viele leserinnen und leser dieser seite haben meinen vater gekannt. er ist in der vollmondnacht zum 20. august sanft in die unsterblichkeit gegangen. ich bin dankbar für das leben und die liebe, die er uns geschenkt hat.
er hat sich so gewünscht zu gehen und er hat sich viel zeit gelassen:
Ich gehe langsam aus der Welt heraus
in eine Landschaft jenseits aller Ferne
und was ich war und bin
und was ich bleibe
geht mit mir ohne Ungeduld und Eile
in ein bisher noch nicht betretenes Land
Ich gehe langsam aus der Zeit heraus
in eine Zukunft jenseits aller Sterne
und was ich war und immer
bleiben werde geht mit mir
ohne Ungeduld und Eile
als wäre ich nie gewesen
oder kaum
(Hans Sahl)
august 2005
40 millionen menschen sind in diesem augenblick vertrieben oder auf der flucht.
Stellen Sie sich vor: Sie leben mit Tausenden von Menschen in einem Lager zusammen, das weit von Ihrer Heimat entfernt ist. Sicherlich werden Sie sich am Anfang daran gewöhnen müssen, dass Sie weniger als gewohnt zu essen haben und dass Sie nicht das essen können, was Sie gerne möchten. Nahrungsmittel für Ihre Familie erhalten Sie nur über die Hilfsorganisationen, die in dem Lager arbeiten.
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/Service/Veranstaltungen/Ausstellung-Ueberleben-auf-der-Flucht
22.07. 22.07 uhr
jetzt und nichts anderes als jetzt -
jetzt sein, ist ein zustand -
ein zustand
ganz hier
in dieser sekunde aus ewigkeit.
12. juli 2005
Wir sind der Spiegel und auch das Gesicht darin.
Wir sind das Schmecken und der Geschmack
In dieser Minute aus Ewigkeit.
Wir sind der Schmerz
Und was den Schmerz heilt.
Wir sind das süße und kühle Wasser
Und der Krug, der es ausgießt.
Rumi
johanni, 24.6.2005
jetzt um die mittagszeit johanniskraut pflücken. diese pflanze entfaltet heute ihre stärkste lichtgestalt...
wir pflücken heilbringende kräuter (und welche kräuter bringen kein heil?) immer sorgfältig von hand. wir pflücken nur so viel wie wir wirklich brauchen und nur so viel, dass die meisten zur erhaltung der art übrigbleiben.
wir nehme nie nur , wir schenken mutter erde auch, sei es ein anderes gesegnetes kraut, samen, oder z.B. etwas schokolade, eine prise tabak oder bei dieser trockenheit eine kanne wasser.
wir verneigen uns ..grüß gott, kommst du mit? bringst du uns menschen dein licht? zum heil des großen ganzen?" und dann bedanken wir uns
johanniskraut - hypericum perforatum. die blättchen am kantigen stengel sind perforiert.
hypereikon, ursprünglich aus dem griechischen, kann übersetzt werden mit überbildlich, über dem bild, über jedem bild. die wirkung dieser pflanze wurde schon in alter zeit als über jeder vorstellung erkannt. der lichtbringende wirkstoff, ist das hyperizin. es befindet sich in dem ganz dunkel-violetten stoff, den wir an unseren fingern wahrnehmen,wenn wir die hellgelbe blüte zerdrücken. aus dem dunkel das lichtvolle. dieser stoff färbt das gute, kaltgepresste öl rot, wenn wir die blüten darin für einige wochen in geschlossenem, sauberen glas an die sonne stellen. es kann eingerieben werden bei muskelverhärtungen, bei gelenkschmerzen, oder auch bei schlafstörungen vor dem schlafengehen in die fußsohlen. es erhellt das dunkle. ich kenne frauen, die benutzen es auch bei der wundbehandlung. als tee ein aufhellendes, natürliches psychopharmaka.
in dieser pflanze manifestiert sich das wort von pir vilayat khan: "der gleiche schmerz, der dein wesen verdüstern kann, kann auch als kraft wirken, die dir erst deinen wahren glanz gibt."
juni-vollmond 2005
guru - purnima
ein festtag in indien.
das ist der tag, an dem wir unsere lehrerinnen und lehrer in dankbarkeit feiern!
21. juni 2005
am 21. Juni 1749 wurde die kranke ordensfrau Sr. Maria-Renata Singer in würzburg, hochburg der hexenverfolgung bis ins 18. Jh. als hexe verbrannt.
die tage konnte man in verschiedenen tageszeitungen unter der rubrik 'nachrichten aus aller welt' lesen, dass eine 23jährige kranke nonne bei einer teufelsaustreibung in einem kloster in ostrumänien starb.
lasst uns lichter anzünden.
06.06.05
die beste arznei für den menschen ist der mensch.
der höchste grad von arznei ist die liebe.
paracelsus
fronleichnam 2005
mond und wolken sind eins,
berge und täler verschieden.
alles ist gesegnet,
zehntausend mal gesegnet.
Mumonkan
pfingsten 2005
Heut ist Reigen
Tanz ist, Tanz !
Licht ist heut und
Glanz ist, Glanz ist, Glanz !
Abschied vom Verstand ist,
vom Verstand,
weil die Liebe ganz ist,
ganz ist,
ganz !
Rumi
8. mai 2005
der magen ist zwar für uns ein wichtiger körperteil, aber wichtiger sind der kopf und das herz. der mensch braucht jeden tag eine portion licht für den kopf und wärme für das herz. das sind werte, die der abendländer seit langem abgelegt hat.
Galsan Tschinag, Tuwa-Schamane und Schrifsteller aus der Mongolei
27. april 2005
in vorbereitung des pfingstkurses stellt sich die frage, wo hört sprache auf, wo beginnt erfahrung? gibt es nicht direkte köpersprache? tanz, tönen, urgebärden können uns in die eine erfahrung bringen, die wir immer wieder gleich erfahren und die nur eine sprache hat und sich tausendfach unterschiedlich ausdrückt. wie können wir geistIn beim Namen nennen, die keinen namen hat?
sie weht wo sie will.
24. april 2005
vor 90 jahren wurde das armenische volk gezwungen sein land zu verlassen. die "umsiedlung" war in wirklichkeit ein massaker der türken an hunderttausenden von armeniern. noch heute können die armenier ihren heiligen berg ararat nur von weitem in der fernen fremde sehen.
musiker aus armenien, griechenland und der türkei haben zur versöhnung nicht nur zusammen musiziert sondern gemeinsam eine sehr bewegende CD veröffentlicht:
mosaic von maria farantouri, fuat saka, haig yazdjian und anderen/Libra music 2004 LM027-2.
23. april 2005
tag des buches. heute las ich in einem buch, in dem ich immer wieder von zeit zu zeit lese: vera zingsem/DER HIMMEL IST MEIN DIE ERDE IST MEIN/göttinnen grosser kulturen im wandel der zeiten/1995 klöpfer&meyer. vera zingsem ist theologin und hat in ihrem studium die großen göttinnen vermisst. sie hat umfassend recherchiert und hat vor allem aus dem indoeuropäischen raum fesselnde quellentexte gesammelt. die göttinnen werden hier in ihrer vielseitigkeit gewürdigt und dürfen sich selber ausdrücken durch mythen und märchen, gebete, hymnen, sprüche, gedichte, bilder und symbole.
ein weiteres buch, das ich sehr liebe und in dem ich fast täglich lese, ist ein kochbuch:
susanne fischer-rizzi/das safrankochbuch/GOLD IN DER KÜCHE/fotografiert von ulla mayer-raichle(eine augenweide)/2000 at verlag. es ist eigentlich ein muss für alle die safran lieben und wer liebt safran nicht? safran macht nicht nur den kuchen gel, safran macht aus jedem gericht bei richtiger dosierung ein gedicht, einen augenschmaus und zaubert eine unvergessliche köstlichkeit.
in diesem buch wird liebevoll die herkunft, die geschichte des safrans erzählt. dann geht es um qualitäten, wirkung und heilen mit safran und kochen, kochen , kochen. vergessene rezepte aus unserer tradition und rezepte aus fernen ländern.
22. april 2005
liebe das leben !
20. april 2005
wir haben uns dafür zu interessieren was leben unterstützt. entsprechend können wir uns verhalten in unserem alltag. unsere handlungen wiederum wirken nicht nur auf uns, sondern auch auf unsere umwelt, auf unsere gesellschaft, auf alles was jetzt ist und somit auch auf kommende generationen.
so wie wir sind, ist auch unser konsumverhalten.
eco top ten des öko-instituts e.v., gefördert durch das bundesministerium (BMBF), informiert verbraucherInnen über eine neue generation innovativer produkte. ökologisch, schadstofffrei, zudem unter sozial verträglichen arbeitsbedingungen produziert: www.ecotopten.de
19. april 2005
im radio wird gesagt, dass weißer rauch aufstieg. auf dem weg zur pizzeria läuten alle kirchenglocken in der deutschen stadt, in anderen städten auch. auf der ganzen welt läuten jetzt kirchenglocken.
später die bitte an den kellner, er möge doch mal in die küche gehen und schauen wer papst geworden ist. in dieser küche, wie fast in jeder italienischen küche gibt es einen fernseher. aufgeregt kommt der kellner zurück: "ich habe ihn gesehn, ich habe ihn gesehn.....es ist ein deutscher .....ratzinger.....wahnsinn".
15. april 2005
Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) wird dieses Jahr fünf Jahre alt. Aus erneuerbaren Energien wurden 2004 rund 37 Mrd. kWh Strom erzeugt und insgesamt wurden 130.000 Arbeitsplätze geschaffen.
14. april 2005
Das Bundesumweltministerium hat die Statistik 2004 für Erneuerbare Energien veröffentlicht.
Demnach hat Deutschland mit 300 MW neu installierter Photovoltaik-Leistung erstmals Japan überholt und ist die Nummer Eins unter den Solarstrom-Nationen geworden.
Anfang April stellte der Generalsekretär Kofi Annan den UN-Millenniumsbericht über die Umwelt vor.
Demnach hat sich der Zustand der Erde in den vergangenen 50 Jahren so verschlechtert, dass die Existenz zukünftiger Generationen gefährdet ist. Die wachsende Erdbevölkerung und die sich ausbreitende wirtschaftliche Tätigkeit belasten das Ökosystem unseres Planeten so stark, dass der Kampf gegen Armut und Krankheiten erschwert werde. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass schon sechzig Prozent der Wiesen, Wälder, Ackerflächen und Gewässer ausgebeutet sind.
Laut Kofi Annan zeige dieser bisher umfangreichste Bericht über die Veränderung der Umwelt durch den Menschen, welche Kursänderungen nötig seien: Zum Beispiel die Abschaffung von Handelshindernissen und Subventionen ebenso wie das Senken der Treibhausgas-Emissionen und die Förderung „grüner" Technologien.
11. april 2005
"alles behandeln wie heiliges altargerät", sagte der hl. benedikt.
als ich kürzlich mit dem zug fuhr, kam eine offensichtlich nicht begüterte, junge frau mit rucksack in den zug, fand noch einen freien platz mir schräg gegenüber. an ihrer brust, mit einem Arm engumfasst ein neugeborenes kind. am anderen arm eine tasche, mit dieser hand stütze und schützte sie gleichzeitig den kopf des säuglings. sorgsam schob sie den engumfassenden arm etwas hoch, legte die tasche am anderen arm sachte auf ihren sitzplatz, löste dann mit dieser hand den schon vielgereisten rucksack vom rücken, wechselte das kind achtsamst in den anderen arm um den kleinen, vollen rucksack ganz vom rücken zu nehmen. ein nur sehr kurzer schnell die höhe einschätzender halber blick zur ablage, verliess selbst da nicht ihr kind. und ohne die aufmerksamkeit von dem schatz in ihrem arm abzuwenden, legte sie schnell und gleich sehr sorgsam den rucksack in die ablage über den köpfen des vollbesetzten zuges. die tasche vom sitz nehmend, legte sie sofort wieder die frei werdende hand stützend an das köpfchen des säuglings, und setzte sich gewandt und leicht ohne auch nur eine halbe sekunde den blick von ihrem kind zu wenden auf ihren freien platz.
durch die bewegung des zuges rutschte ein selbstgestricktes kleinstes strümpfchen vom fuß des kindes. die zarte bewegung mit der diese junge frau den fuß des babies wieder "einhüllte" ist unbeschreiblich. das kind war nicht nur ihr juwel, ihr heiligstes, sie behandelte es auch so.
dabei erinnerte ich mich, dass thich nhat hanh sagte: "alles behandeln wie ein neugeborenes baby."
heute ist montag, waschtag.
1. april 2005
eine sehr alte frau sagt zu einer jüngeren frau: "gerade haben sie im radio durchgegeben, dass der papst im sterben liegt." die jüngere: "ist es nicht ein segen nach einem so erfüllten leben in der osterzeit gehen zu können?" pause. dann die ältere plötzlich : "ja, und bei dem schönen wetter."
osterwoche 2005
jeder tag ein guter tag !
am ostermorgen mit der neuen sommerzeit ist es um 6.00 uhr noch ganz dunkel. wir gehen durch die nacht zum osterfeuer. der noch fast volle mond hinter uns, zwischen den bäumen verschwindet er unmerklich. in der dämmerung fliegen die funken am rand des waldes, und im hall der vögel gesang, ertönt "exultet". im anzünden der osterkerze kommt das tageslicht unmerklich. plötzlich ist sie da die sonne. und blumen und blüten aus der erde geschossen, rund um das osterfeuer leuchtet der huflattich und aus dem gras am benediktushof überall lila krokusse.
nach ostern ist es trüb, heute mittwoch so trüb, dass endlich fenster geputzt werden können.
8. märz 2005 Frauentag
Geschichtsschreibung;
40 000 Jahre Homo Sapiens Sapiens ,
Seit ca. 3000-4000 Jahre Pariarchat.
Weibliche Mythen lehren Mitgefühl mit allem Lebendigen, Bewahrung der Schöpfung und die Heiligkeit der Erde, denn sie istder Körper der Gottheit.
Um unsere Kraft zu verstärken, brauchen wir Frauen immer wieder Zeiten und Räume, in denen wir unter uns sind und uns auf unsere Stärken, auf unser Sein besinnen können.
Ich bin ein Kind der Erde,
und die Erde nimmt mich so, wie ich bin.
Gila Rogers
Vom 18. bis 22. Mai 2005 Kontemplation für Frauen mit Beatrice Grimm am Benediktushofhof mit Gesang , Tanz und Ritual.
Anmeldung: info@benediktushof-holzkirchen.de oder www.benediktushof-holzkirchen.de
2. märz 2005
Gestern veröffentlichte das Kinderhilfswerk Unicef, dass in Deutschland die Kinderarmut stärker wächst als in den meisten anderen Industriestaaten.
Durch die Spenden an die Opfer der Flutwelle, wurden die Spenden anderswo gekürzt.
Zum Beispiel sind den sudanesischen Flüchtlingen in Äthiopien die Essensrationen gekürzt worden. Flüchtlingen aus Afrika stehen jetzt am Tag noch 16 Cent zur Verfügung.
Was bedeutet dies für uns? Für Dich, für mich?
Es gilt zu erfahren, dass wir hungern, dass wir in Armut leben, dass wir nicht getrennt sind von dieser einen Welt und dass wir teilhaben an dem was der Menschheit geschieht.
Es gilt zu teilen !
aschermittwoch 2005
und wenn wir vorräte hätten für 100 oder 1000 jahre,
so müssten wir doch an der schwelle zum tod alles zurücklassen.
und wenn wir genügend bekleidung hätten für 100 oder 1000 jahre
an der schwelle zum tod werden wir nackt sein.
und wenn wir 100 oder 1000 gold- oder silbermünzen hätten,
an der schwelle zum tod werden unsere hände leer sein.
so ist es.